Ausgabe 1_2017
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Governance – oder «Good Governance» – ist auch im Sport immer noch in aller Munde, obwohl es scheint, dass dieses Schlagwort allmählich niemand mehr hören mag. In der Tat scheint sich mittlerweile bei den Sportverbänden so etwas wie «Governance-Verdruss» breit zu machen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass der Begriff bzw. das Konzept der Governance (auch) im Bereich des Sports zu einem Modewort geworden ist, das vollkommen konturlos und mithin kaum in sinnvoller Weise zu handhaben ist, sondern auch damit, dass von den Sportverbänden unter diesem Schlagwort teilweise völlig überrissene Massnahmen verlangt werden.
Ein besonders illustratives Beispiel ist dabei Transparenz. Zwar ist (die Herstellung von) Transparenz in Bezug auf die Führung eines Sportverbandes – wie auch von Wirtschaftsunternehmen, wo das Konzept der Governance (dort unter dem Begriff «Corporate Governance») seinen Ursprung hat – durchaus ein geeignetes Mittel, um gewissen (Macht-)Missbräuchen in den «obersten Etagen» der entsprechenden Körperschaften entgegenzuwirken – und (nur) darum geht es letztlich bei «Good» bzw. «Corporate Governance». Im Zuge der – teilweise völlig aus dem Ruder gelaufenen und mitunter fast schon hysterisch anmutenden – Diskussionen um Governance in Sportverbänden ist (auch) das Mittel der Transparenz indessen derart exzessiv eingesetzt worden, dass die unter diesem Schlagwort an die Sportverbände gestellten Forderungen (schon länger) nicht mehr als adäquat zu bezeichnen sind.